{"id":250,"date":"2017-10-05T01:27:33","date_gmt":"2017-10-05T01:27:33","guid":{"rendered":"http:\/\/proantimaterie.com\/?p=250"},"modified":"2018-03-02T23:16:22","modified_gmt":"2018-03-02T23:16:22","slug":"yellowknife-enterprise-dawson-creek-blue-river-seattle-etappenfinale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fire-n-ice.de\/?p=250","title":{"rendered":"Etappe 1: Yellowknife &#8211; Enterprise &#8211; Dawson Creek &#8211; Blue River &#8211; Seattle: Etappenfinale"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich wollte ich nach der etwas l\u00e4ngeren Nacht unterm Nordlichthimmel den Tag in Ruhe begehen, aber ein Blick auf die Wetter-App \u00e4nderte dann spontan meinen Plan: Heute noch sch\u00f6n, aber die n\u00e4chsten Tage dann Gewitter. Manchmal ist man sehr leicht zu \u00fcberzeugen und ich pack meine Sachen, auch wenn ich mich in Yellowknife \u00e4u\u00dferst wohl f\u00fchle. Unterwegs kommt mir dann wieder etwas dazwischen, weswegen ich mein kurzfristig gesetztes Tagesziel doch nicht erreiche.<\/p>\n<p><!--more-->Es sind zwei atemberaubende Wasserf\u00e4lle: Louise Falls und Alexandra Falls inmitten vom Nirgendwo. Der Tankwart bei Enterprise gibt mir dann noch ein paar Tipps, die ich selbstverst\u00e4ndlich noch auskundschafte. So komme ich beide Male direkt zu den herabst\u00fcrzenden Wassermassen und so mancher grandiosen, wenn auch teilweise schwindelerregenden Aussicht.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" height=\"525\" width=\"525\" decoding=\"async\" class=\"size-large\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/proantimaterie.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/IMG_8371-e1520032561785.jpg?fit=525%2C525\" \/><br \/>\n<img data-recalc-dims=\"1\" height=\"525\" width=\"525\" decoding=\"async\" class=\"size-large\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/proantimaterie.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/IMG_3077.jpg?fit=525%2C525\" \/><\/p>\n<p>Das Klettern an den Klippen dauert l\u00e4nger als vermutet, weswegen ich der Einladung des Sonnenuntergangs folge und den Tag in Ruhe oberhalb des Hay Rivers ausklingen lasse, anstatt durch die Nacht bis zur n\u00e4chsten Stadt \u201eHigh Level\u201c zu fahren. Morgen ist auch noch ein Tag.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" height=\"525\" width=\"525\" decoding=\"async\" class=\"size-large\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/proantimaterie.com\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/img_2933.jpg?fit=525%2C525\" \/><\/p>\n<p>Und den starte ich recht fr\u00fch. In High Level angekommen, g\u00f6nne ich mir erst mal eine Kaffeepause, bei der ich spontan von zwei M\u00e4nnern angesprochen werde. Ihnen ist das in diesen Breitengraden doch nicht so gew\u00f6hnliche Reisemittel aufgefallen. Wir reden \u00fcber meine Maschine, die Tour und ihr Leben&#8230;Letzteres dauert l\u00e4nger ist jedoch spannend zuzuh\u00f6ren. Einer ist seit \u00fcber zwanzig Jahren Hubschrauberpilot f\u00fcr die waghalsigsten Aktionen und l\u00e4dt mich auf einen Rundflug ein. Unglaublich&#8230;ich wurde schon zu verschiedensten Sachen bei meinen Motorradreisen eingeladen, was ich immer wieder faszinierend finde, wenn ich bedenke, dass ich doch nur ein Durchreisender bin. Alles M\u00f6gliche war schon dabei: Tee, Kaffee, Bier, Eis, Abendessen, \u00dcbernachtungen, Bustour, Fischen, Museumsf\u00fchrung in der Nacht&#8230;aber ein Hubschrauberrundflug kam mir noch nicht unter. Ich hadere lange mit mir, muss aber aufgrund der restlichen langen Strecke und der begrenzten Zeit schweren Herzens ablehnen.<\/p>\n<p>Weiter geht es auf der ewig geraden Strecke, auf der man problemlos aus Stollenreifen Autoslicks machen kann&#8230; deren Ungeeignetheit f\u00fcr Regen ich dann auch spontan testen darf.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" height=\"525\" width=\"525\" decoding=\"async\" class=\"size-large\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/proantimaterie.com\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/IMG_3195.jpg?fit=525%2C525\" \/><\/p>\n<p>Innerhalb weniger Minuten zieht ein Unwetter auf, das von Regen \u00fcber Hagel bis zu Gewittersturm das volle Programm zu bieten hat. Au\u00dfer zwei Campingtrailer ist weit und breit auf der planen Fl\u00e4che nichts zu sehen, wo ich mich unterstellen k\u00f6nnte&#8230;und biete auf meiner Maschine mit den h\u00f6chsten Punkt im Umkreis von einigen Kilometern. Daher fahre ich zu den beiden Trailern und hoffe, dass ich etwas Schutz finde. Keine Ahnung ob es an meiner monstr\u00f6sen Figur oder am unerwartet elegantem Auftreten von \u201eBeast\u201c im individuellen Fliegen-Schlamm-Kleid liegt, dass die Camper an Ehrfurcht erstarren und vor lauter Ergriffenheit ihre T\u00fcren von innen versperren.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" height=\"525\" width=\"525\" decoding=\"async\" class=\"size-large\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/proantimaterie.com\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/IMG_2618.jpg?fit=525%2C525\" \/><\/p>\n<p>So sitzen die Camper gut gesch\u00fctzt in ihren Trailern und beobachten aus ihren Fenstern wie ich unter einem Zeltvordach stehe und die Blitze paar hundert Meter von mir einschlagen sehe. Toll&#8230;oder so. Irgendwann ist das Schauspiel zu Ende und ich hieve meine Maschine aus dem zwischenzeitlich entstandenen Schlammfeld. W\u00e4hrend ich weiter nach Dawson Creek fahre, wo der Alaskan Highway beginnt (aber f\u00fcr mich endet), male ich mir in den buntesten Farben aus, wie ein Hubschrauberrundflug bei dem Gewittersturm wohl gewesen w\u00e4re. Bestimmt atemberaubend&#8230; Naja, er h\u00e4tte einfach nicht stattgefunden. Und mit diesem Gedanken tr\u00f6ste ich mich \u00fcber die abgeschlagene Einladung hinweg.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" height=\"525\" width=\"525\" decoding=\"async\" class=\"size-large\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/proantimaterie.com\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/img_3117-e1508127036340.jpg?fit=525%2C525\" \/><br \/>\n<img data-recalc-dims=\"1\" height=\"525\" width=\"525\" decoding=\"async\" class=\"size-large\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/proantimaterie.com\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/img_3067.jpg?fit=525%2C525\" \/><\/p>\n<p>F\u00fcr das letzte Teilst\u00fcck bis zur US Grenze w\u00e4hle ich ein weiteres Highlight: entlang den Northern Rocky Mountains. Da ich die Strecke schon f\u00fcnf Jahre zuvor mit meinem gro\u00dfen Br\u00fcderchen gefahren bin, ging ich davon aus, dass ich gewiss nicht mehr wie typische Touristen alle paar Minuten stehen bleiben muss, um irgendwelche Fotos zu machen. Gel\u00e4chter! Irgendwann verstaue ich meine Kamera einfach nicht mehr, da ich sie ja in K\u00fcrze eh wieder z\u00fccken w\u00fcrde. Die Landschaft ist nicht von dieser Welt und ich kann mich an den unz\u00e4hligen Bergen einfach nicht satt sehen. Erst weit nach Sonnenuntergang erreiche ich mein Nachtquartier.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" height=\"525\" width=\"525\" decoding=\"async\" class=\"size-large\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/proantimaterie.com\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/img_7856.jpg?fit=525%2C525\" \/><img data-recalc-dims=\"1\" height=\"525\" width=\"525\" decoding=\"async\" class=\"size-large\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/proantimaterie.com\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/img_7832.jpg?fit=525%2C525\" \/><img data-recalc-dims=\"1\" height=\"525\" width=\"525\" decoding=\"async\" class=\"size-large\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/proantimaterie.com\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/img_7883.jpg?fit=525%2C525\" \/><\/p>\n<p>Der kleine Grenz\u00fcbergang in die USA sieht wohl nicht viele Grenzg\u00e4nger und so warte ich einige Zeit, bis ich von den Z\u00f6llnern wahr genommen werde. Die Befragung gleicht dann auch mehr einen Plausch und wenige Momente sp\u00e4ter bin ich auf dem Weg nach Seattle. Den einen oder anderen Ort merke ich mir f\u00fcr sp\u00e4tere Wochenendausfl\u00fcge, aber die Pausen reduziere ich auf ein Minimum, denn so langsam merke ich die knapp 10.000km, die ich in zweieinhalb Wochen runtergeritten bin und freue mich auf einen Ruhetag bevor es wieder in die Arbeit geht. Wenn alle Etappen ann\u00e4hernd so beeindruckend werden, wie diese hier, dann wird es schier unglaublich. Mal schauen&#8230;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" height=\"525\" width=\"525\" decoding=\"async\" class=\"size-large\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/proantimaterie.com\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/img_7892.jpg?fit=525%2C525\" \/><br \/>\n<img data-recalc-dims=\"1\" height=\"525\" width=\"525\" decoding=\"async\" class=\"size-large\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/proantimaterie.com\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/img_3190-e1520032433817.jpg?fit=525%2C525\" \/><br \/>\n<img data-recalc-dims=\"1\" height=\"525\" width=\"525\" decoding=\"async\" class=\"size-large\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/proantimaterie.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/IMG_7199-1.jpg?fit=525%2C525\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich wollte ich nach der etwas l\u00e4ngeren Nacht unterm Nordlichthimmel den Tag in Ruhe begehen, aber ein Blick auf die Wetter-App \u00e4nderte dann spontan meinen Plan: Heute noch sch\u00f6n, aber die n\u00e4chsten Tage dann Gewitter. 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