{"id":980,"date":"2018-05-31T10:35:33","date_gmt":"2018-05-31T10:35:33","guid":{"rendered":"http:\/\/proantimaterie.com\/?p=980"},"modified":"2018-05-31T10:37:36","modified_gmt":"2018-05-31T10:37:36","slug":"zu-guter-letzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fire-n-ice.de\/?p=980","title":{"rendered":"Zu guter Letzt&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcnf Etappen, die unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Die K\u00fcrzeste war ein verl\u00e4ngertes Wochenende. Die L\u00e4ngste nahezu zweieinhalb Monate. Insgesamt fuhr ich 40.000 km und brauchte drei Reifens\u00e4tze.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nIch bin niemand, der nach solch einer Reise nur schw\u00e4rmt wie toll alles ist, denn das w\u00e4re faktisch nicht korrekt und gibt ein falsches Bild von solch einem Unternehmen. Falls jemand eine vergleichbare Tour vor hat und immer nur liest, wie wunderbar alles ist, wundert sich fr\u00fcher oder sp\u00e4ter, warum es bei ihm selbst dann nicht so abl\u00e4uft. Es gibt gute und es gibt schlechte Tage. Man trifft auf unglaublich nette und hilfsbereite Menschen und man trifft auf Menschen, deren Lebensfreude darin besteht, anderen Leuten das Leben schwer zu machen. Egal ob zu Hause, in der Arbeit oder auf solch einer Reise. Das ist nun mal so. Gewiss nicht sch\u00f6n, aber sie haben halt sonst nix.<br \/>\nAnsonsten nervten die zwischenzeitlich unz\u00e4hligen Werkstattaufenthalte, die nahezu jedes Mal den ganzen Tag mit Warten gef\u00fcllt haben, da es scheinbar dort nicht \u00fcblich ist, das Motorrad anzunehmen und den Kunden anschlie\u00dfend zu kontaktieren, was gemacht werden muss. Stattdessen \u00fcbergibt man das Motorrad, es k\u00fcmmert sich jemand, dann wird es vergessen, dann muss man nachhaken, dann geht es weiter, dann ist Pause und dann f\u00e4ngt man von vorne an. Den ganzen Tag. Und dann das Ph\u00e4nomen, dass mir drei Mal eine neue Benzinpumpe verbaut wurde.<br \/>\nSo mancher Beamter, egal ob bei Grenz\u00fcberg\u00e4ngen oder an den regelm\u00e4\u00dfigen Stra\u00dfenkontrollen, empfindet Spa\u00df am Ausleben seiner kurzen Macht. Das ist nervig, wenn man auch hierbei wertvolle Zeit verliert, aber irgendwann machen auch die ne Pause und man ger\u00e4t an einen wohlwollenderen Kollegen. Und immer die Ruhe bewahren. Klappt ganz gut, wenn man folgende Lebensweisheit befolgt: &#8222;Nicht \u00e4rgern! Nur wundern!&#8220;<br \/>\nAchja: Meidet Uber in Kolumbien! Ihr werdet nicht abgeholt und wenn doch, dann habt viel Bargeld dabei, um den doppelten Preis von der App nochmal bar zu zahlen, denn sonst werdet ihr nicht zum Ziel gebracht. Uber interessiert es im \u00fcbrigen gar nicht, obwohl ich ihnen unz\u00e4hlige Vorf\u00e4lle mit Screenshots der eindeutigen Kommunikation der Fahrer aus verschiedenen St\u00e4dten gemeldet habe. Antwort: Keine. Kurzum: Taxis sind letztendlich g\u00fcnstiger, schneller und sicherer.<br \/>\nAber das war\u2018s auch schon. Das Positive \u00fcberragt! Die vielen Menschen, die man unterwegs antrifft, die in der Regel \u00fcberaus freundlich und hilfsbereit sind, egal wo auf der gesamten Strecke, zeigen mir, dass so manches Horrorszenario von omnipr\u00e4senter Kriminalit\u00e4t und dem Verfall der Werte nichts mit der erlebten Realit\u00e4t zu tun hat. Mein pers\u00f6nliches Experiment war u.a. die gesamte Maschine inklusive Gep\u00e4ck (unabgesperrt) tags\u00fcber abzustellen, wo es mir gerade recht war. Immer. Egal wo. Ich nahm noch nicht mal den Tankrucksack ab: Egal ob mitten in der belebten Innenstadt von Bogota (gef\u00fchlt die \u201egef\u00e4hrlichste\u201c Stadt auf dieser Reise), in verlassenen Gassen von Lima, mitten von Stra\u00dfenst\u00e4nden bei Nationalparks. Es ging nie etwas verloren. So manch einer sagt jetzt: Da haste aber Gl\u00fcck gehabt. Das denke ich nicht. Wir urteilen \u00fcber Fremde viel schlechter, als es ihnen gerecht wird. Das Experiment machte ich \u00fcbrigens auch vor sechs Jahren auf meiner Weltreise: Dasselbe Ergebnis. Wichtig: Nur tags\u00fcber! Nachts gelten andere Gesetze (meine Verluste vor sechs Jahren waren immer nachts&#8230;bei abgesperrten Koffern auf bewachten Parkpl\u00e4tzen). Und das Motorrad muss nach Abenteuer aussehen.<br \/>\nAls n\u00e4chstes nat\u00fcrlich all die verschiedenen Kulturen zu erleben und wahrzunehmen, wie sie sich von Kilometer zu Kilometer langsam oder schlagartig ver\u00e4ndern. Gleiches gilt auch f\u00fcr die Landschaften. Daher liebe ich das Reisen mit dem Motorrad: Man erF\u00c4HRT die Ver\u00e4nderungen und erlebt sie am eigenen Leib. Man f\u00fchlt die Luft und die Temperatur und man riecht die Gegend (ok, bei \u00d6lf\u00f6rderst\u00e4dten jetzt kein Vorteil, aber es ist echt).<br \/>\nUnd zuletzt: Man fordert sich selbst und stellt fest, ob die Belastungsgrenze noch wie gehabt ist. Und ja: Man ist regelm\u00e4\u00dfig in einer gewissen Belastung. Sei es k\u00f6rperlich, sei es psychisch, da man t\u00e4glich mit Unsicherheiten agieren muss. Aber ich mag das. Das ist f\u00fcr mich Teil des Lebens. Ziele zu erreichen, bei denen man sich \u00fcberwinden musste, bei denen man k\u00e4mpfen musste, f\u00fchlt sich nun mal ganz anders an. Echter. Ich sch\u00e4tze es nat\u00fcrlich ebenfalls, dass manche Ziele aufgrund entsprechender Planung supereinfach erreicht werden k\u00f6nnen, aber nicht nur, denn die Mischung macht es.<br \/>\nMeine Ziele f\u00fcr diese Tour habe ich alle erreicht: Ich bin mit dem Motorrad vom Polarmeer bis an die S\u00fcdspitze Feuerlands gefahren und habe dabei Land, Leute und kulinarische Gen\u00fcsse kennen und sch\u00e4tzen gelernt. Daf\u00fcr wollte ich nicht meinen Job k\u00fcndigen, sondern mit vorhandenem Urlaub und \u00dcberstunden die Reise etappenweise bew\u00e4ltigen, auch wenn ich nie vorab wusste, wo ich am Ende einer Etappe genau sein werde und wo ich dann mein Motorrad sicher unterbringe, aber das sind letztlich nur Details.<br \/>\nAchso, ein Ziel kann ich selbst nicht einsch\u00e4tzen, ob mir gelungen ist, es zu erreichen: Ich wollte mit Text, Bild und ab Mitte der Reise mit Video interessante Eindr\u00fccke des Abenteuers vermitteln. Hoffentlich war es kurzweilig f\u00fcr Euch und hat vielleicht den einen oder anderen angeregt, zumindest die ein oder andere gezeigte Region selber mal zu bereisen.<br \/>\nVielen Dank f\u00fcr das interessierte Lesen und so mancher pers\u00f6nlicher Nachricht!<br \/>\nViel Spa\u00df und Erfolg bei Euren eigenen Abenteuern!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcnf Etappen, die unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. 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